…what have they done to my car, ma?

Die Grüsse an Lotus konnte ich nun nicht ruhen lassen – Die Neuauflage des Elan 1989 unter der internen Bezeichnung M100 hätte diesen putzigen Hersteller fast die Socken gekostet! Was hat sich GM dabei gedacht, Lotus dieses Auto entwickeln zu lassen?
Chassis (Kernkompetenz) und Kunststoff-Karrosserie (negative Kernkompetenz) durften Eigenentwicklungen sein – bei der Gestaltung hat man sich völlig schamfrei und entgültig die Krone der Hässlichkeit aufgesetzt und war dabei auch noch so blöd, den Untergang von Treser zu kopieren…

Da aber der Kohl noch nicht fett genug war, dachte man sich in Norfolk, es wäre bestimmt spannend, den völlig unsportlichen Frontantrieb mal zu lotuisieren – da klaut man das Design des Treser, der nebenbei mittelmotorig war, lutscht dran rum und pflanzt in dieses Chupa-Chup dann einen Quer-Frontmotor mit kraftschlüssiger Verbindung zu den lenkenden Rädern – tzz, tzzz…. Der Kohl war fett, jetzt fehlte das Beigrün: „Uns fehlt ein Motor!“ sagte wohl irgend ein Klein-Chapman zum BigBoss von GM. „Hmm, wir haben da doch so ein Werk in der Abstellkammer, wie hiess das nochmal – ach, ja, Isuzu! Die haben so Klumpen mit vier Töpfen, borgt euch die mal aus – und jetzt schnell zurück in den Sandkasten, Papa hat keine Zeit für Kinderkram!“ …so, oder so ähnlich wird die Antwort ausgefallen sein.

Mit dem Ergebnis, dass das Püppchen eins hinter die Augen bekam – ein 1,6 Liter Isuzu-Triebwerk mit 4 Zylindern, 16 Ventilen, Turboaufladung und 162 PS bei 6600 U/min. Objektiv ist das nun gar nicht schlimm: Der Wagen wog 840 kg, da sollte es vorwärts gehen – aber wie? Wer sollte das kaufen? Die offizielle Marketing-Grütze dazu:
„This car was built to allow 100 per cent of its owners to use 90 per cent of its performance 90 per cent of the time“ – blub! Man ahnt, dass im Falle der Bewahrheitung ein Aufenthalt auf englischen Strassen gut versichert sein will…

Als die Macher das Vehikel aus der Halle ans Tageslicht schoben, wurde ihnen klar, was sie getan hatten – das hohe Sendungsbewusstsein liess sie zu dem Entschluss kommen, mit diesem Bastard auf keinen Fall Gewinn zu machen. Gesagt, getan, von 1989 bis 1992 (vorläufiges Ende des Dramas) zahlte Papi GM brav für den Mist drauf… Erstaunlicherweise wurden beim Aufräumen der Kinderzimmer in Norfolk noch 800 verwaiste Motoren gefunden, so dass man eilig noch eine Serie (S2) anschmiss – noch erstaunlicher, dass diese 800 Exemplare weggingen wie warme Semmeln. Auch Fehltritte steigen im Wert… kleines Sahnehäubchen am Rande: Kia baute für den asiatischen Markt einen Zwilling – brrr…

Nun, der Vollständigkeit halber: Wie fährt es sich? Gut, sehr gut – für einen Fronttriebler. Das ist aber auch alles. Keine Emotionen, die sich wie eine Kinoleinwand aufbauen und den Blick verwehren auf das, was man hier nackt und unerbittlich sieht und hört: schiefe, klappernde, brechende Plastikteile, zickende Instrumente, ein Kindertrompeten-Motorgeräusch, zerrende Vorderräder und das tägliche Bad im Regenwasser… Heilig’s Blechle!

…das erinnert mich an den Alfa Arna, aber das ist eine andere Geschichte.
Statement: Ja, ich habe ihn selbst gefahren – erste Hand…

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